Osteopathie ist keine einzelne Technik, sondern ein medizinisches Prinzip, dem mehrere hundert unterschiedliche Techniken folgen. Allen gemeinsam ist ein zentrales Ziel: Spannungen im Gewebe zu lösen und dadurch die Durchblutung zu verbessern. Eingeschränkte Strukturen werden wieder beweglicher und besser mit Sauerstoff, Nährstoffen und Abwehrzellen versorgt. Gleichzeitig wird der Lymphfluss angeregt, was die Reinigung und Regeneration des Gewebes unterstützt.
Osteopathie wirkt somit über klar nachvollziehbare biochemische Prozesse und ist als fundierte medizinische Therapie zu verstehen. Die osteopathischen Arbeitsweisen sind vielfältig – und jede Patientin und jeder Patient muss den Ansatz finden, der zu ihm oder ihr passt. Es gibt eher „klassische“ Osteopathen, die mit kraftvolleren Techniken arbeiten und auch einrenken. Daneben steht die craniosacrale Osteopathie, die sehr sanft arbeitet und die Selbstregulation des Körpers vor allem über das autonome Nervensystem (Vagusnerv) unterstützt.
Mein Schwerpunkt liegt überwiegend auf den sanften Formen der Osteopathie, auch wenn der klassische Ansatz stets Teil meines Denkens und meiner Arbeit bleibt. Während andere Therapeuten einrenken, um Entspannung zu erreichen, setze ich auf Entspannung, damit der Körper sich selbst regulieren und – wenn möglich – von allein heilen kann. Dieser Weg kann etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, ist dafür jedoch meist nachhaltiger.
Neue Einflüsse kommen aus den Forschungsarbeiten meines Lehrers Torsten Liem, sodass sich die Osteopathie ausweitet und spezielle Techniken zur Integration psychosomatischer Regelkreise integriert. Hierbei muss der Patient teils aktiv mitarbeiten, wie zum Beispiel mit Augenbewegungen beim EMDR oder Muskelanspannungen beim „Somatischen Zittern“. Das ist die Zukunft der Osteopathie.
